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Die Sprache der Träume

“Der Traum ist der beste Beweis dafür, dass wir nicht so fest in unsere Haut eingeschlossen sind, als es scheint.” Friedrich Hebbel

Ich liebe es, zu träumen. Träume sind etwas Faszinierendes, Unfassbares, und sind genauso Realität wie diese Realität hier, in welcher Du diesen Text liest. Ich möchte die Sprache meiner Träume besser verstehen und somit von meinen Träumen lernen.

Auf konkrete Träume will ich jetzt nicht näher eingehen, aber ich möchte darüber schreiben, was ich beobachtet habe, seit ich letzten Herbst begann, meine Träume zu notieren. Alles begann, als ich realisierte, dass es nicht selbstverständlich ist, soviel zu träumen, respektive sich so bewusst zu erinnern. Manchmal sind es bis zu 6 Träume oder zumindest Teile eines Traumes (ich nenne sie Traumbilder oder Traumfetzen), die mir beim Aufwachen noch bewusst sind.

Ich fasste den Entschluss, dass ich meine Träume in den nächsten paar Monaten wichtig nehmen wollte und dazu gehörte in erster Linie, diese erstens jeden Morgen zu notieren, zweitens ihre ganz eigene Sprache wahrzunehmen und drittens, meine Träume intuitiv verstehen zu lernen und ihre Zusammenhänge zu sehen. Es geht mir nicht um ein Freud’sches, also psychologisches Traumverständnis, sondern um ein seelisches. Ich lese meine Traumbilder auch nicht in Büchern nach. Ich nahm genau einmal so ein Buch zur Hand, merkte aber schnell, dass das für mich keinen Sinn macht. Vielmehr will ich meine eigene Traum-Sprache intuitiv verstehen lernen. Ich glaube, jedes Traumsymbol bedeutet für jeden Träumenden etwas Anderes.

Also begann ich, jeden Morgen meine Traumgeschichten, -Fetzen und -Bilder zu notieren. Es ist nicht sonderlich schwierig, denn ich erledige dies unmittelbar nach dem Aufwachen, wenn die Träume noch sehr präsent sind. Manchmal kommen mir auch während des Tages plötzlich wieder Träume der letzten Nacht zu Bewusstsein. Mein Notizbuch füllt sich mit den kuriosesten Geschichten. Manchmal bringen sie mich echt zum Lachen.

Meine Beobachtungen:

- Ich träume sehr viel und erinnere mich jeden Morgen an mindestens einen Traum, meistens aber mehrere. Durchschnittlich sind es 3–4 Träume jede Nacht, die mir präsent sind beim Aufwachen.

- Es gibt oft Zusammenhänge meiner Traumrealität zur Wachrealität. In meinen Träumen kommen sehr viele mir bekannte Menschen vor, auch Umgebungen und Orte, in denen ich mich früher oder heute bewegt habe. Meine Träume sind oft realitätsnah, d.h. ich tue Dinge, die ich schon getan habe oder tun könnte; kaum Science-Fiction oder so. Nur das Tempo ist ganz anders.

- Für mich gibt es keinen Unterschied, wie lange ich schlafe — ich erinnere mich so oder so an die Träume.

- Sehr oft träume ich Emotionen — es sind also nicht nur Geschichten, die so ablaufen, sondern sie sind immer mit intensiven Gefühlen verknüpft. Oft erwache ich am Morgen und fühle noch den letzten Traum; das Gefühl kann dabei dominanter sein als die Bilder. Eher vergesse ich ein Traumbild als ein Gefühl. Das kann es manchmal etwas schwierig machen, “neutral” in den Tag zu starten. Aufschreiben hilft.

- Ich träume nie dasselbe. Es kann aber sein, dass ich mich in alten Situationen aus dem “richtigen Leben” wieder finde, aber diese Situation wird dann jedes Mal anders geträumt.

- Wenn ich etwas sehr intensiv erlebt habe an diesem Tag, und es mental noch nicht verarbeitet habe, geht alles im Traum weiter. Dasselbe, wenn mir am nächsten Tag etwas bevorsteht, das mich beschäftigt: es träumt dann bereits “vor”.

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