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Ein paar Worte zum Thema "loslassen"

Diesen Blogpost möchte ich einigen Überlegungen zum “Loslassen” widmen, einem Thema, das uns alle durchs ganze Leben begleitet und auch bei mir schon für viel Kopf-Zerbrechen gesorgt hat. Früher mehr als heute, dank einigen Techniken und Inspirationen (u.a. Byron Katie, Daniel Odier, Gabrielle Roth) ist der Umgang damit heute vielleicht etwas bewusster und sicherlich weniger schmerzhaft.

Ein langwieriges Thema? Ja und nein. Es hängt von unserer Konsequenz und unserer Fähigkeit des “Hinschauens” ab!
Vor dem Loslassen steht immer das Zulassen: erst müssen wir einen Schmerz wahr-nehmen und an-nehmen. Ja, annehmen.
Ich weiss, dies ist nicht gerade das, was wir am liebsten tun.

Wir müssen dem Schmerz ins Auge schauen, ihm zuhören, was er uns zu sagen hat. Ihn nicht bewerten, nicht zelebrieren und uns auch nicht selbst bemitleiden. Nein, wir sollen unsere Wunde einfach anschauen. Was tut da ganz genau weh?

Und nein, einmal wahrnehmen reicht oft nicht aus. Aber mit jedem Mal, wenn wir wirklich zuhören, was unser Schmerz uns da über uns selber zuflüstert, können wir uns darin entspannen. Und er wird leichter, leiser, bis er sich verabschiedet — wie eine Welle, die davonzieht.

Heute habe ich mit einer Freundin darüber diskutiert, ob Ablenkung auch eine Strategie fürs effektive Loslassen ist. Ich glaube nicht; manchmal ist sie sicher schön und gut und kurzfristig geeignet, um unsere Laune aufzuheitern; aber was längerfristig unterdrückt und nicht angeschaut wird, kommt immer wieder hoch. Oft dann etwas heftiger.

Sowohl mit unseren körperlichen Wunden wie auch mit den seelischen betreiben wir oft „Erste Hilfe“. Wir kleben ein kleines Pflaster darüber. Solange wir allerdings nur an der Oberfläche behandeln, immer wieder nur ein Pflaster oder einen Verband darüber wickeln und uns nicht darum kümmern, wie es darunter aussieht, kann unsere Wunde nicht heilen.

Erst wenn wir unsere Wunden gründlich anschauen, sie richtig und tief säubern, alles Alte, Eiternde ausräumen und entfernen, kann die Verletzung wirklich von Grund auf heilen. Das kann für kurze Zeit ziemlich schmerzhaft sein, aber nur dadurch wird frisches, gesundes Gewebe nachwachsen. Das gilt auch für die seelischen Wunden.

Solange wir die Verletzungen unseres Lebens nicht gründlich anschauen, reinigen und heilen lassen, werden sie immer wieder weh tun und uns nicht zur Ruhe kommen lassen.

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