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Manage deine Energie - nicht deine Zeit

"Balancing energy is not so much about endurance, but rather, disengaging for short bursts of rest and recovery from everything. It’s easy to grasp this idea when we see life as a series of sprints instead of a marathon to get somewhere."

Die "Energie" ist eines meiner absoluten Lieblingsthemen. Ich bin mir bewusst, dass der Begriff sehr vielseitig verwendet wird und dass es Menschen gibt, die ihn für zu schwammig halten. In Ermangelung eines besseren Begriffs verwende ich ihn aber trotzdem. Für mich geht er in eine ähnliche Richtung wie "Lebenslust" oder "Lebensfreude". Ich beschäftige mich mit der Beobachtung meines Energielevels (und demjenigen meiner Umgebung) seit 2007, als mir erstmals so richtig deutlich bewusst wurde, dass meine Energie je nach Aktivität, je nach Begegnung, massiv rauf- oder runterging. Es wurde zum Ziel, meine Energie ausgeglichener und natürlich auch möglichst hoch zu halten. Umso mehr freut mich, dass dieses Thema heute gesellschaftlich und wirtschaftlich immer mehr Relevanz erhält und nicht nur in den USA, sondern auch in Europa intensiv diskutiert wird. 
Der Energiebegriff ist natürlich uralt. Sein Ursprung liegt schon in den vedischen Schriften und in der traditionellen chinesischen Medizin und ist damit über 5000 Jahre alt. Diese alten Weisheitslehren wie auch die Physiker vermitteln uns, dass Energie ein Grundprinzip des Lebens ist. Die wohl berühmteste Formel der Welt lautet E = mc2 oder ganz einfach gesagt, alles ist Energie. Egal ob Apfel, Wolke oder menschlicher Körper – alles ist Energie. Sämtliche Energieformen verfügen über drei Gemeinsamkeiten, nämlich eine Frequenz, eine Wellenlänge und ein Farbspektrum. Anhand der Frequenz lässt sich ermitteln, aus welcher Energieform etwas besteht. Energie transzendiert Zeit, Raum und Dimension, wie die Quantenphysiker sagen. Anders ausgedrückt, wenn Sie ihre Energie managen, managen Sie auch Zeit.
Dieser uralte und nun wieder neu propagierte Ansatz, dass man besser seine Energie als seine Zeit manage, findet heute grossen Anklang. Bei Google fanden und finden Führungsprogramme statt mit dem Titel "managing your energy". Es geht darum, wie wir unsere Energie haushalten und wie wir sie erhöhen können. Im New York Times Bestseller "the power of full Engagement" zeigen die beiden Autoren Jim Loehr und Tony Schwartz, dass Energiemanagement und nicht Zeitmanagement der Schlüssel zu anhaltendem Erfolg, Gesundheit, Glück und Ausgeglichenheit im Leben ist. Wie die Autoren zusammenfassen: "We live in digital time. Our pace is rushed, rapid fire and relentless. Facing crushing workloads, we try to cram as much as possible into every day. We’re wired up, but we’re melting down. Time management is no longer a viable solution. The number of hours in a day is fixed, but the quantity and quality of energy available to us is not. This fundamental insight has the power to revolutionize the way you live your life.” 
Die grossen Unterschiede zwischen Zeitmanagement und Energiemanagement sind gemäss Schwartz die folgenden:
Altes Paradigma                                     Neues Paradigma
Zeit management                                     Energie management
Stress Vermeidung                                   Stress ist nichts schlechtes, Erholung und Ausgleich sind wichtig
"Life is a marathon"                                 "Life is a series of sprints"
Positives Denken                                     Hohe Energie dank Berücksichtigung der vier Ebenen (s. unten)
"Downtime is a waste of time"           "Downtime is productive time"
Zeit ist limitiert                                          Energie ist nicht limitiert, erneuerbar
Zeit ist ausserhalb von uns                  Energie ist in uns
Die Autoren führen aus, dass Energie etwas ist, über das wir selber verfügen können, Energie ist quasi "in uns". Zeit jedoch ist "ausserhalb von uns" und sie können wir nicht beeinflussen. Es macht Sinn, uns auf die Energiebilanz zu konzentrieren, denn wir haben einen direkten Zugang zu ihr und können sie anpassen und stets verändern. 
Wie können wir nun also unsere Leistung und auch unsere Lebensfreude im Alltag maximieren? Indem wir unseren Fokus auf die Erhöhung der vier unten aufgeführten Energie-Ebenen lenken. Das schaffen wir am einfachsten durch die Einführung von täglichen, regelmässigen Aktivitäten, und zwar in der richtigen Menge und zum richtigen Zeitpunkt. Für jede einzelne Ebene! Wir müssen wissen, wann für uns der richtige Zeitpunkt ist, unsere körperlichen emotionalen, mentalen, spirituellen Bedürfnisse zu stillen. Wenn eine der vier Ebenen vernachlässigt werden, spüren wir dies als Konsequenz auf den anderen drei Ebenen und die Energie sinkt.
Die vier Energie-Ebenen sind:
1. Körperliche Energie - sie ist natürlich grundlegend. Für mich gehören dazu Qualität und Quantität des Schlafes, gesunde Ernährung und regelmässige Bewegung. 
2. Emotionale Energie - Pflegen wir ganz bewusst und regelmässig positive und erhebende Gefühle wie Wertschätzung, Freude, Abenteuer, Inspiration (anstelle von negativen Gefühlen wie Wut, Konkurrenz, Trauer oder Angst). Sprechen wir negativ über andere? Oder distanzieren wir uns von Klatsch und Tratsch, von Opferhaltung und "Jammerern"? Der Schritt zur Veränderung beginnt damit, dass wir beginnen, regelmässig wahrzunehmen, welche Emotion gerade in uns vorherrscht. Und diese dann langsam transformieren lernen.
3. Mentale Energie - Sind wir kreativ, entwickeln wir Ideen, oder grübeln wir stundenlang rastlos an Problemen herum? Beherrscht unser "mind" uns? Oder wir unseren "mind"? Können wir zur Ruhe kommen? Meditation, Qi Gong, Atemtechniken, kreative Visualisierungen helfen. Das Ziel ist, dass wir den Verstand aktiv gebrauchen, in einer Art und Weise, dass er uns wirklich von Nutzen ist.
4. Spirituelle Energie (Fokus auf die Sinnfrage): wenn wir wissen, warum wir tun, was wir tun, so hat das einen direkten Einfluss auf die anderen drei Ebenen. Wenn diese Ebene nicht betrachtet wird und wir uns jahrelang, monatelang mit Dingen beschäftigen, die für uns irrelevant sind, wird sich das auf die unteren drei Ebenen negativ auswirken. 
Sind wir uns also bewusst, dass alle vier Ebenen wirklich wichtig sind und Energie nur erhöht wird, wenn sie alle berücksichtigt werden. Achtsamkeit im Alltag hilft dabei sehr - sich immer wieder kurz besinnen und mental in die Gegenwart zurückholen, sich also fragen, wo man sich in Bezug auf alle vier Ebenen gerade befindet. Mehr Tipps zum Thema Achtsamkeit findet ihr in einem anderen Blogpost von mir. 
Wichtig in der Energiefrage ist auch die Balance - das sehen wir in der Natur. Der natürliche Rhythmus führt in die Balance von Aktivität und Passivität. Unsere Atmung, Hirnströme, die Körpertemperatur, die Herzfrequenz, der Hormonspiegel und der Blutdruck zeigen alle rhythmische Muster. Auch die Natur hat ihre Rhythmen, die in Balance sind (Ebbe & Flut, Jahreszeiten, etc). Tägliche Ruhezeit und Aktivität in einem ausgeglichenen Verhältnis (in allen vier oben genannten Ebenen) ist der Schlüssel zu einer gesunden und hohen Energiebilanz. Wenn wir Energie erhöhen, sind wir in der Lage, mehr zu tun und das Leben noch mehr zu geniessen. Und das wiederum ist der schnellste Weg zu Gesundheit und Lebenslust.
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