Return to site

Was deine Lebenslust mit (d)einer Vision gemeinsam hat

“Wer das Ziel nicht kennt, kann den Weg nicht finden.
Wer die Vision nicht kennt, kann aber das Ziel nicht finden”

Christian Morgenstern

Dieses Zitat bringt auf den Punkt, dass ein Ziel, eine Vision (und im übrigen auch ein Traum) nicht dasselbe sind. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden alle drei Begriffe oft vermischt, doch ich finde, man sollte sie nicht synonym verwenden. Denn eigentlich ist jede Vision etwas Übergeordnetes. So zumindest verstehe ich den Begriff. Jede Vision hat eine sinnhafte und wesen-tliche (dem Individuum entsprechende) Komponente und ist deshalb sehr umfassend und gleichzeitig persönlich. Dies zeigt sich auch im lateinischen Ursprung des Wortes, der Vision als “Ansicht” bezeichnet — je nach Blickwinkel präsentiert sich eine Vision also unterschiedlich, individuell.

Es ist stets eine innere Leidenschaft, die eine Vision entstehen lässt, sie ist einzigartig und mit Emotionen verknüpft. Eine echte (also zu mir passende, meinen Werten entsprechende) Vision erhöht stets die eigene Energie, die Lebenslust und -Freude. Und zwar langfristig. 

Eine Vision besteht aus einer mentalen und einer emotionalen Dimension: Das Ziel würde ich als die mentale Komponente der Vision betrachten, es ist etwas, was man benennen und planen kann.

Und auch ein Traum ist unabdingbar für eine Vision, er bezeichnet für mich die emotionale Dimension der Vision. Ein Traum ist nötig für jede Vision, er ist wohl die Grundvoraussetzung dafür. Mit Träumen beginnt die Realität, wie man so schön sagt.

Wenn ich mich nun auf die Suche nach meiner persönlichen Vision mache, dann beginnt dieser Prozess damit, dass ich mir zuerst meiner Bedürfnisse bewusst werde. Es ist eine Suche nach meinem wahren, authentischen Selbst, das jenseits von gesellschaftlichen Vorgaben irgendwo — oft tief verborgen — existiert. Ich finde heraus, was mir wirklich wichtig ist, was meine Werte sind, wo noch negative Glaubensmuster vorhanden sind, die mir gar nicht mehr entsprechen, alte Verletzungen, die noch nicht reflektiert wurden. Deren Transformation ist der erste Schritt in die Richtung nach vorne. 

Bei dieser Suche nach der konkreten Vision, also dem, was meine Energie, Lebenslust und Lebensfreude erhöht, wird nun als nächstes das Träumen zu einem wichtigen Werkzeug. Es passiert an dieser Stelle ein kreativer Prozess, der sich nicht um die Frage dreht, ob etwas realistisch ist. Es geht ausschliesslich darum, sich auf seinen Wunsch-Traum zu konzentrieren und ihn so farbig wie möglich, so intensiv wie möglich auszugestalten. “Dream big” ist hier das richtige Motto. Und zwar wiederholt, in allen möglichen Facetten. Die Wichtigkeit des konkreten Tagträumens kann gar nicht genug betont werden, denn viele Menschen übersehen dies und beginnen direkt mit dem nächsten, unten geschilderten Prozessschritt. Ein fataler Fehler, der erst dann bemerkt wird, wenn man scheitert. Die beste mentale Planung und Vorbereitung nützen nichts, wenn die emotionale Seite — und als diese sehe ich den Traum — nicht gepflegt wird. Dies ist ein Aufruf an alle Rationalisten, sich nicht selber zu beschränken.

In der nächsten Phase öffnen wir uns dann also den Fragen der Realisierbarkeit. Wir kommen zurück in den “Ist-Zustand”, nehmen wahr, was gerade ist. Wir sehen die Differenz zum “Soll-Zustand” und können konkrete Schritte — Ziele — planen. Step by step nähern wir uns der Vision und feiern unsere Etappenziele. Dabei behalten wir die emotionale Seite, also quasi den “Traum der Vision” immer im Hinterkopf. Die Vision definiert die Etappenziele, und nicht umgekehrt.

Dabei ist noch etwas anderes wichtig. Bei allem Planen der nächsten Ziele, muss ich offen sein und immer wieder Vorstellungen loslassen können. Nämlich die Vorstellung davon, WIE etwas ganz genau zu passieren hat. Zwar sind die Schritte des sich-selber-kennenlernens, des Träumens, die gute Vorbereitung und Planung wichtig, doch wenn ich nicht im “Flow” bleibe, sobald mal Widerstand auftritt, dann verkrampfe ich mich. Vertrauen ist hier sehr wichtig. Erst hier kann nämlich, wie Otto Scharmer sagen würde, die Zukunft emergent in uns werden, erst durch dieses loslassen und offen sein.

In den Visions-Coachings, welche ich geben darf, ist immer der Mensch Schöpfer seiner Realität. Er ist aber gleichzeitig auch eingebunden in eine höhere Intelligenz, deren Sinn sich uns oft nicht sofort erschliesst. Wie Martin Bertsch so schön sagt: “Es ist dann ein Tanz mit dem Universum, wenn ich einen Schritt tue, und mich dann auch wiederum führen lasse, ein Geben und Nehmen, immer wieder eine Suche nach einem dynamischen Gleichgewicht, in der sich unser Selbst entfaltet.”

All Posts
×

Almost done…

We just sent you an email. Please click the link in the email to confirm your subscription!

OKSubscriptions powered by Strikingly