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So arbeite ich momentan

 

Zyklisch durch die Schwangerschaft

Heute werde ich darüber schreiben, wie ich Arbeit und Schwangerschaft auf eine zyklische Art und Weise vereine. Und wie es mir dabei ergeht.  

Wie weit bin ich?

Die 30. Schwangerschaftswoche hat begonnen. Das bedeutet, dass ich mich im 8. Monat befinde - in Mondmonaten gerechnet, wie es die Ärzte tun. Ich finde diese Zählweise sehr schön, auch wenn sie manchmal etwas verwirrend ist, da frau so gerechnet 10 Monate schwanger ist. 

Wie geht es mir?

Körperlich ist nun alles etwas anstrengender als noch vor 1-2 Monaten. Ich kann nicht mehr allzu lange sitzen oder stehen, muss häufiger die Position wechseln. Aber ich schlafe sehr gut und fühle mich ansonsten gesund und munter. Zum Glück habe ich weder Rückenschmerzen noch schwere Beine oder andere typische Beschwerden. Ich fahre auch nach wie vor mit dem Fahrrad ins Büro. 

Was ich definitiv bemerke, ist eine Kurzatmigkeit. Ich kann das Tempo, das ich sonst kenne, nicht aufrecht erhalten. Ich habe damit gehadert und fand es unangenehm. Bis ich eingesehen habe, dass mein Körper nun einfach mehr Ruhe möchte. Die Qualitäten des Loslassens, Hingebens, In-sich-gehens und -ruhens, sowie des puren Seins, verlangen von mir nun mehr Aufmerksamkeit. Es sind ja auch die Qualitäten, die bei einer Geburt gefragt sind. 

Aktuelle Stimmung?

Mein Herz ist weit, meine Vorfreude unendlich. Ich fühle mich sehr weiblich, ausgeglichen und glücklich. 

Arbeiten und schwanger sein - wie geht es damit? 

Ich arbeite nach wie vor, habe mein Pensum nun aber reduziert. Einfach darum, weil nicht mehr so viel Energie zur Verfügung steht. Da ich sehr zyklisch lebe, macht das aber nichts, denn ich kenne meine Rhythmen. Konkret heisst das: ich widme die Morgenstunden der Arbeit (z.B. den Beratungen) und bin dann auch hellwach und fokussiert. Von "Schwangerschaftsdemenz" spüre ich nichts :)

Und dann bemerke ich oft am Nachmittag, dass es Zeit für Ruhe und Rückzug wird. So arbeite ich heute weniger Stunden pro Tag als früher, aber kann die Energie gut einteilen. 

Meinen Kalender führe ich sehr bewusst und genau und weiss, wo meine Grenzen sind. Ich weiss, wieviele Beratungen und Aufträge für mich realistischerweise pro Woche durchführbar sind. Diese Anzahl beachte ich und lasse immer noch etwas Freiraum für Spontanität. 

Falls Du noch eine Beratung bei mir buchen möchtest, kannst Du das gern tun - ich plane, über den Sommer vormittags für meine Kundinnen da zu sein. 

Wie geht es mit dem Loslassen als Unternehmerin?

Ein wichtiges Thema. Dank meinem Team kann ich nun besser loslassen. Es ist ein Glücksfall für mich (und ich glaube für uns alle), dass letzten Herbst Marketing-Expertin Annamarie bei den Minervas gestartet hat und 100% arbeitet. Sie leitet alle unsere Instagram-Abos und ist mit den Kunden in Kontakt, welche regelmässigen Content für ihren Instagram-Auftritt wünschen. Zudem führt sie - teilweise mit unserer Fotografin Sarah - auch Workshops durch. 

Für den Herbst sind zudem diverse Gast-Workshops geplant. 

Ich habe gemerkt, auch das Loslassen ist eine Frage der Planung. Wir haben uns dafür Hilfe einer Beraterin geholt und meine Auszeit mit ihr organisiert. Es fiel mir eine Last von den Schultern, als ich realisiert habe, dass das wirklich geht. Dass fast all meine Tätigkeiten auf mein Team verteilt werden können. Zudem war es ein hochspannender Prozess. Zu Beginn habe ich nämlich mal alle Tätigkeiten notiert, die ich als Geschäftsführerin so durchführe. Und das waren und sind wirklich viele. Ich habe den Zeitaufwand dazu notiert und danach ging es um die Umverteilung der Aufgaben.

Aber natürlich ist es so, dass man als Unternehmerin wohl immer "verheiratet" bleibt mit der eigenen Firma. Ich werde mich nicht während der ganzen Auszeit komplett mental rausnehmen können. Doch dass die Aufgaben gut verteilt sind und ich mich verlassen kann auf mein Team, entspannt mich sehr. 

Ein spezielles Learning

Seit einigen Wochen gehe ich zu einer Osteopathin und lasse mich von ihr begleiten. Zudem arbeite ich momentan intensiv mit meinem Atem. Der Atem hat mich schon lange fasziniert und es ist jetzt die richtige Zeit, ihn tiefer zu erforschen, gerade im Hinblick auf die natürliche Geburt, die ich mir wünsche. 

Auch wenn es vielleicht etwas esoterisch tönt: Ich beschäftige mich ja schon lange mit Yin und Yang, respektive den weiblichen und männlichen Qualitäten, die uns prägen und die wir auch im Körper beobachten können. So steht die linke Körperhälfte für die weiblichen Anteile und die rechte Seite für die männlichen. Auch Sympathikus und Parasympathikus entsprechen diesem Prinzip. Durch die Beobachtung meines Atems und meiner körperlichen Reaktionen lerne ich ganz viel über das Zusammenspiel von Yin und Yang. Was mir leichter fällt, was schwerer. Und wie sich das ganz körperlich zeigt. Ich finde das hochspannend. 

Noch klarer verstanden habe ich heute, dass in einem Unternehmerinnen-Arbeitsalltag, der auch viele männliche Qualitäten verlangt, der Ausgleich nicht zu kurz kommen darf. Ich interpretiere das so, dass der Parasympathikus genug aufmerksam bekommen soll; und damit alle Sachen, die ihn fördern: Massage, Meditation, Entspannung, Kreatität, Waldspaziergänge, und ganz viel mehr. 

Geburtsvorbereitungen?

Ja! Ich praktiziere täglich sanftes Kundalini-Yoga und mache Atemübungen. Und seit ein paar Wochen bereite ich mich mit Kristin Graffs Podcast und Onlinekurs "die friedliche Geburt" mental vor. Den Kurs kann ich von Herzen weiter empfehlen. 

Und ich war im Spital Zollikerberg, in welchem ich gebären werde! Der Eindruck war super positiv. Entspannt und freundlich, ganzheitlich, im Grünen und äusserst nahe gelegen. Diese Argumente haben mich auch überzeugt, dorthin zu gehen. Meine Intuition sagte sofort ja, obwohl ich früher eher mit einem Geburtshaus geliebäugelt hatte. Das Geburtshaus wäre eine schöne Option gewesen, aber es liegt für uns leider zu ungünstig. 

Ansonsten bin ich sehr glücklich, dass sich mein Partner um ganz viel Praktisches und Organisatorisches kümmert. Er hat unser Kinderzimmer fertig eingerichtet und fürs Baby frisch gestrichen. Auch unsere Wohnung ist dank ihm jetzt "babytauglich". Er hat nun auch die definitive Zusage seines Arbeitgebers erhalten, dass er sein Pensum auf 50% reduzieren kann. Das erleichtert uns beide so sehr! 

Vermisse ich etwas?

In meinem "Halbzeit-Bericht" habe ich geschrieben, dass mir der Kontakt zu anderen Frauen, die auch gerade schwanger sind, etwas fehlt (wegen Corona). Das hat sich nun geändert und es ist wieder möglich, andere Schwangere zu treffen. Vermissen tue ich ein bisschen meinen ansonsten grossen Radius. Ich reise normalerweise sehr gern, mache Ausflüge, Wanderungen oder gehe mit meinem Partner irgendwo Standup-Paddeln. Jetzt ist das nicht mehr möglich - mein Radius ist viel enger. Das schränkt ein bisschen ein. Aber es ist ja absehbar und steht in keinem Verhältnis zu unserer riesigen Vorfreude auf September :)